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Die Viborger Sortebrødre kirche

Auf einem Hügel mit Aussicht gen Norden auf den Viborger Dom und geb Osten auf das Asmild Kloster am gegenüberliegenden Seeufer begannen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts die Dominikanermönche – auch Schwarze Brüder genannt – einer Klosteranlage zu bauen, möglicherweise auf Anregung des berühmten Bishof Gunnar von Asmild.

Die Sortebrødre Kirche (die Kirche der südlichen Gemeinde) macte ursprünglich den Nordflügel dieser Anlage aus. Die zahlreichen Baureste, die nach und nach freigelelegt worden sind, weisen auf den beträchtlichen Umfang der Anlage hin.

Das spätromanische Kirchenhaus der Dominikaner war einschiffig mit senkrechtem Kamgiebel, reich verziert mit Blenden und Mauerschmuck. Das Material war hauptsächlich Bachstein von unterschiedlicher Grösse und Farbe, stellenweise mit Granit durchsetzt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Mönche selbst eine Ziegelei betrieben haben.

Im Laufe der Jahre ist der ursprüngliche Stil der Kirche durch viele Ausbesserungen und Umbauten verwischt worden. Leider wurden auch die schönen Giebelpartien davon betroffen. Der Westgiebel ist durch den Bau des Turmes fast verschwunden. Der Ostgiebel, dessen den Besonderheit eine schöne Fenstergruppen war, wurde bei der Restaurierung nach einem grossen stadtbrand im Jahre 1726 mit einem Walmdach neu errichtet.

Die Kirche dient seit der Reformation der südlichen Viborger Gemeinde als Pfarrkirche, und um mehr Raum zu schaffen, wurden die beiden Seitneschiffe gebaut – das südliche, indem das Dach  über dem ursprünglichen nördlichen Kreuzgang angehoben wurde. Dig Bögen des Kreuzgnages kann man heute noch sehen. Beim nördlichen Seitenschiff wurden die beiden Seitenkapellen mit einbezogen.

Der jetzige Turm wurde im Jahre 1876 durch den Architekten Storch erbaut und birgt u.a. die im Jahre 1726 von Caspar König nach dem Stadtbrand neu gegossenen Zwillingeglocken.  Bei diesem Brand wurde auch das Kircheninventar eine Beute der Flammen, so dass alles erneuert werden musste.

Die sehr speziellen Malereien mit Bibelsprüchen, die die Türen des Gestühls schmücken, stammen  von viel Pfantasie und Eifer; sie æhneln  einer Sammlung symbolischer Zeichnungen – der sogenannten „Emblemata Sacra“ – die 1624 in Frankfurt von dem Theologen Daniel Cramer veröffentlicht wurde.

Das Kruzifix an der nördlichen Wand des Hauptschiffes ist eine spätgotiche Arbeit aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts. Es hat ursprünglich in der längst abgerissenen Franziskaner Kirche (Graue Brüder) gehangen.

Die Kanzel und der Schalldeckel sind Barockarbeiten von ca. 1730 und tragen die Namen Frederiks des Vierten und Christians des Sechsten in zierlichen Spiegelmonogrammen. Auf dem Schalldeckel sitzen drei Figuren die die theologischen Tugenden Glaube, Hoffnung, und Liebe symbolisieren.

Das hölzerne Taufbecken  ist von 1729.

Die vornehmste Zier der Kirche, der Tafelaltar, stand ursprünglich in der Schlosskirche von Kopenhagen. Er wurde 1728 von Frederik dem vierten der ersten Jahrzehnten des sechszehnten Jahrhunderts. Es handelt sich um einen Altarschrein mit aufklappbaren Flügeln oder Türen, die mit Gemälden sowohl auf der Vorder – als auf der Rückseite verziert sind. Der Schrein ist in 8 symmetrische Felder in unterschiedlicher Grösse aufgeteilt. Sie beinhalten 89 bemalte und vergoldete Eichenholzfiguren mit Scenen von Jesu Geburt und Kindheit und von seiner Leidensgeschichte mit der Golgatha-Scene – Der Kreuzigung – im grossen Mittelfeld als Höhepunkt.

In ganz afgeschlagenen Zustand zeigt der grösste Flügel links ein Dobbeltmotiv:  ganz oben Jesu Gebet in Gethsemane, unten die Gefangennahme  Jesu. Der kleinere Flügel stellt Jesus vor Pilatus dar. Die  zwei entsprechenden Flügel auf der rechten Seite haben als Themen die Auferstehung, die Himmelfahrt und das Pfingstwunder.

Mit zugeklappten Flügeln sieht  man links die Hochzeit in Kanaa. Im grossen Mittelfeld, das leider schwer beschädigt ist, sieht  man die Messe von Papst Gregor und ganz rechst die Stiftung des heiligen Abendmahles.

Im Mittlschiff hängen drei schwere Messingkronleuchter. der 16-armige, nahe beim Turm stammt von 1736. Der 20-armige in der Mitte des Kirchenschiffes von 1729. Der Leuchter im Chor, ein Geschenk von 1923, ist eine Kopie des Leuchters von 1736.

Hinter dem alten Orgelprospekt von Proffessor Storchs von 1887 befindet  sich seit Dezember 1985 die Kirchenorgel mit 41 stimmen. Diese Orgel wurde von Bruno Christensen und Söhnen gebaut.